Ein Zahnunfall ist eine sehr schmerzhafte und unangenehme Erfahrung. Kinder und Jugendliche sind deutlich häufiger von einem Zahnunfall betroffen als Erwachsene. Beim Spielen, Raufen und den unterschiedlichsten sportlichen Hobbies kann es sehr schnell passieren, dass ein Zahn abgebrochen wird. Je nachdem wie stark die Verletzung ist, sollte auch gehandelt werden. Ein Zahnarztbesuch ist in jedem Fall Pflicht.
Etwa 33% der Befragten haben laut einer Zahnstudie bereits Erfahrungen mit einem Zahnunfall gemacht. In der Regel sind die Schneidezähne betroffen, aber auch andere Zähne können Verletzungen aufweisen. Ist ein Zahn abgebrochen, muss bei Kindern als Erstes festgestellt werden, ob es sich um einen Milchzahn oder einen bleibenden Zahn handelt. Zudem wird geschaut, wie stark die Verletzung ist und entschieden, welche Behandlungsmethode die Richtige ist. Sollte ein Milchzahn betroffen sein, wird dieser in der Regel gezogen und der nachfolgende Zahn kann ohne Beeinträchtigungen nachwachsen. Ist ein bleibender Zahn abgebrochen, dann können die folgenden Maßnahmen eingeleitet werden, um den Zahnhalteapparat und die Ästhetik wieder herzustellen, sowie Folgeschäden zu mindern.

Ist der Zahn abgebrochen, kann er auch wieder hergestellt werden

RS84365_GG3P4910-hpr Ist bei dem Zahnunfall nur ein kleines Stück des Zahns abgebrochen, dann kann ein Veneer den Defekt ausgleichen. Wurde jedoch der Zahn ganz bis zum Zahnbein (Dentin) beschädigt, dann ist der Zahn soweit abgebrochen, dass nur noch eine Kunststofffüllung, eine Krone oder ein Inlay den Zahn wieder herstellen können.
Zunächst wird überprüft, inwieweit der verbliebene Zahn beschädigt ist und ob das abgebrochene Stück wieder dran geklebt werden kann. Bei dieser Behandlung kommt ein spezieller Kleber zum Einsatz. Es wird ebenfalls geprüft, ob der abgebrochene Zahn noch lebt. Die Verletzung kann so stark sein, dass der Zahn abstirbt und sich im Laufe der Zeit grau verfärbt. Sollte die Zahnwurzel freiliegen oder schmerzempfindlich sein, dann wird in den meisten Fällen eine Wurzelbehandlung durchgeführt, um spätere Schmerzen zu vermeiden. Bei Bedarf wird der Zahn mit Stift- oder Schraubaufbauten verstärkt, um die nötige Stabilität zu erzielen. Ist der Zahn abgebrochen und so stark beschädigt, dass er nicht mehr zu retten ist, dann wird eine Zahnextraktion durchgeführt.

In einigen Fällen kann der Zahn nicht wieder hergestellt werden und ein Implantat oder eine Prothese müssen diese Lücke schließen. Ist der Zahn abgebrochen und die Zahnwurzel ist noch im Kiefer verankert, können zwei Behandlungsmethoden durchgeführt werden. Eine Möglichkeit ist, die Wurzel operativ zu entfernen. Die Lücke im Zahnhalteapparat wird im Anschluss mit einer Prothese, einer Brücke oder einem Implantat ausgebessert. Sollte die Wurzel noch intakt sein und im Kiefer verbleiben können, dann kann eine Krone befestigt werden. Dies ist jedoch nur möglich, wenn der betroffene Zahn nicht zu stark abgebrochen ist.
Es ist ratsam, dass nach einem Zahnunfall sofort der Zahnarzt aufgesucht wird und eine schnellstmögliche Behandlung erfolgt. Beeinträchtigungen beim Kauen, die Ästhetik beim Sprechen und mögliche Folgeschäden können durch einen Zahnarztbesuch zügig behoben werden.

Verhalten nach einem Zahnunfall

Ein Zahnverlust wird auch Zahnavulsion genannt und ist die unangenehmste Folge bei einem Zahnunfall. Ist der Zahn komplett ausgeschlagen worden, sollte schnell gehandelt werden. Ein ausgeschlagener Zahn kann nur wieder eingesetzt werden, wenn dieser nicht länger als 20-30 Minuten im Trockenen gelagert wurde. Wird er in der Zeit bis zum Zahnarzt richtig gelagert, kann er wieder zurückverpflanzt und geschient werden. Der größte Feind ist hierbei die Austrocknungsgefahr. Es ist wichtig, den Zahn direkt zu suchen und ihn richtig aufzubewahren, bis Sie beim Zahnarzt angekommen sind.

Patient lächelt nach Notfallbehandlung beim Zahnarzt

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In der Apotheke kann man spezielle Zahnrettungsboxen erwerben. Sie enthalten eine spezielle Zellnährlösung und schützen den abgebrochenen Zahn. Da man diese Box nicht immer zur Hand hat, kann der Zahn auch in H-Milch eingelegt werden. In der H-Milch hält sich der Zahn 1-2 Stunden. In Kochsalzlösung kann ein ausgeschlagener Zahn bis zu 30 Minuten gelagert werden. Wichtig ist jedoch, dass die Wurzeloberfläche nicht berührt oder desinfiziert wird.
Herkömmliches Wasser oder der eigene Speichel sind nicht zur Lagerung des abgebrochenen Zahnes geeignet. Ebenfalls sollte dieser nicht im Mund, in der Wangentasche oder unter der Zunge aufbewahrt werden. Die Gefahr ist hierbei zu groß, dass er verschluckt wird oder in die Luftröhre gelangt.
Nur bei schnellem und richtigem Handeln kann ein Zahn nach einem Zahnunfall gerettet werden. Die anschließenden Behandlungen sind oftmals aufwendig und kostenintensiv. Ist ein Zahn abgebrochen, muss dies jedoch nicht immer bei einem Zahnunfall passieren. Es ist ebenso möglich, dass dieser abbricht, wenn man auf etwas Hartes beißt oder er durch die kariöse Substanz geschädigt wurde. Es ist jedoch egal aus welchen Gründen ein Zahn abgebrochen ist, eine Wiederherstellung der Funktion und Ästhetik kann in jedem Fall gewährleistet werden.