Sicher ist, wer gesunde Zähne haben möchte, sollte seine Zähne mindestens zweimal am Tag mit Zahnbürste und Zahncreme sorgfältig reinigen. Zudem empfehlen Zahnärzte das tägliche Verwenden von Zahnseide, denn nur so lassen sich die Zahnzwischenräume gründlich von Speiseresten befreien. Natürlich gibt es neben diesen Basics noch zahlreiche weitere Tipps, damit die Zähne gesund bleiben. Doch Achtung: Manches, was über die Pflege der Zähne gesagt wird, stimmt eigentlich nicht. Im Folgenden nehmen wir vom Centrum-Zahnmedizin zehn Zahnpflegemythen genau unter die Lupe.

1. Je fester geschrubbt wird, desto sauberer werden die Zähne

Diese weitverbreitete These ist nicht richtig. Natürlich ist es unerlässlich, täglich die Zähne gründlich zu reinigen, allerdings ist es dabei nicht notwendig, „fest zu schrubben“. Vielmehr gilt: Wird mit der Zahnbürste zu fest aufgedrückt, werden Zahnfleisch und Zähne strapaziert. Im schlimmsten Fall zieht sich das Zahnfleisch durch zu viel Druck zurück, wodurch die Zahnhälse freigelegt werden. Darüber hinaus ist durch festes Schrubben der Zähne eine Schädigung des Zahnschmelzes möglich. Stattdessen sollte beim Zähneputzen stets nur leichter Druck ausgeübt werden.

2. Schlechte Zähne werden vererbt

Diese These ist ebenfalls nicht korrekt, denn schlechte Zähne werden nicht vererbt. Obschon einige Faktoren – wie beispielsweise die Zahnstellung oder die Dicke des Zahnschmelzes – genetisch bedingt sind, heißt dies nicht, dass Kinder schlechte Zähne bekommen, nur weil die Eltern Probleme mit ihren Zähnen hatten. Grundsätzlich gilt: Ein ordentlich gereinigter Zahn ist kaum kariesanfällig und für die Pflege der Zähne ist jeder Mensch selbst verantwortlich.

Zahnmythen - Verzehr von Äpfeln

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3. Der Verzehr von Äpfeln verhindert Kariesbefall

Auch diese These ist falsch! Und zwar, trotz der Tatsache, dass sich das Gerücht, wer Lebensmittel von harter Konsistenz wie beispielsweise Äpfel oder Möhren verzehrt, könne hierdurch das Entstehen von Karies verhindern, hartnäckig hält. De facto werden durch den Verzehr derartiger Lebensmittel die oberen Zahnbeläge abgerieben, allerdings sind eine Entfernung der festsitzeden Plaque und eine Reinigung der Zahnzwischenräume auf diese Weise nicht möglich. Deshalb ist es unerlässlich, täglich die Zähne mit einer Zahnbürste und bestenfalls auch mit Zahnseide zu reinigen.

Dem Verzehr von Äpfeln oder Mohrrüben steht natürlich dennoch nichts im Weg. Zu beachten ist jedoch, dass Äpfel viel Fruchtzucker enthalten und durch die enthaltene Säure der Zahnschmelz angegriffen werden kann.

4. Durch schwarzen Tee werden die Zähne geschädigt

Auch diese Aussage ist falsch. Zweifelsohne verfärben sich durch bestimmte Teesorten wie zum Beispiel schwarzen Tee die Zähne, allerdings können derartige Verfärbungen problemlos wieder wegpoliert werden. Der Zahnschmelz wird durch schwarzen Tee nicht geschädigt. Möglicherweise hat schwarzer Tee dagegen sogar positive Effekte, denn er enthält Fluorid, wodurch der Zahnschmelz gehärtet werden soll. Extrem saure Früchtetees greifen dagegen bei zu häufigem Verzehr den Zahnschmelz an.

5. Es ist wichtig, die Zähne direkt nach den Mahlzeiten zu putzen

Auch diese These ist nicht richtig. Natürlich ist es sinnvoll, die Zähne zeitnah nach den Mahlzeiten zu reinigen, allerdings nicht unmittelbar nach dem Essen. Wer Obst zum Dessert verzehrt, sollte die Zähne sogar keinesfalls direkt nach der Mahlzeit putzen, denn durch die in Früchten und Säften enthaltene Säure wird der Zahnschmelz weich und könnte beim Reinigen angegriffen werden. Zahnschmelzaufweichend wirken zudem Getränke wie Cola und Wein. Nach dem Verzehr derartiger Lebensmittel und Getränke sollte deshalb mindestens 30 Minuten gewartet werden, bevor die Zähne geputzt werden. Denn dies ist der Zeitraum, in dem die Säure im Mund durch den Speichel neutralisiert wird.

6. Durch Rauchen werden nur die Zahnoberflächen verfärbt

Dies ist nicht richtig. In der Regel verfärben sich die Zähne von Rauchern mit der Zeit. Zwar ist es möglich, oberflächliche Verfärbungen wegpolieren zu lassen, allerdings ist dies bei tiefer sitzenden Verfärbungen nicht der Fall. Darüber hinaus wird durch Rauchen die Blut- und Sauerstoffversorgung des Zahnfleisches verschlechtert. Die Folge können mit Schmerzen einhergehende Entzündungen des Zahnfleisches oder schlimmstenfalls Parodontitis und Zahnausfall sein. Ist das der Fall müssen Sie viel Geld für Zahnersatz bezahlen.

7. Durch das Kauen von Kaugummi wird das Zähneputzen ersetzt

Diese Aussage ist ebenfalls nicht korrekt, denn durch das Kauen von Kaugummi wird keinesfalls eine ordentliche Zahnpflege ersetzt. Alldings kann das Kaugummikauen als zusätzliche Maßnahme zur Pflege der Zähne betrachtet werden. Dies natürlich nur dann, wenn es sich um einen zuckerfreien Kaugummi handelt. Als empfehlenswert gelten sogenannte Zahnpflegekaugummis, die Substanzen wie beispielsweise Xylit enthalten. Durch derartige Kaugummis wird die Produktion des Speichels angeregt, so dass es zu einer Neutralisation schädlicher Säuren und einer Härtung des Zahnschmelzes kommt. Das Entfernen von festsitzender Plaque kann dagegen nur durch die sorgfältige Reinigung der Zähne mit Zahnbürste und Zahnseide gesichert werden.

8. Die Pflege der Milchzähne ist nicht notwendig

Zwar ist die These, Milchzähne können – da sie ja sowieso wieder ausfallen – ruhig von Karies befallen sein, noch immer weit verbreitet, allerdings wird sie dadurch nicht richtiger. Vielmehr ist es unerlässlich, die Milchzähne sorgfältig zu pflegen, da es durch einen Kariesbefall der Milchzähne zu einer Schädigung der bleibenden Zähne kommen kann. Fallen Milchzähne beispielsweise durch Karies frühzeitig aus, ist es darüber hinaus möglich, dass der nachwachsende Zahn in einer ungünstigen Position durchbricht, so dass eine spätere kieferorthopädische Behandlung notwendig werden kann.

9. Whitening Zahncremes sind grundsätzlich schädlich

De facto kommt es bei Whitening Produkten immer auf die jeweilige Zahncreme an, ob sie schädlich ist, oder nicht. Teils enthalten die Zahncremes abrasive Substanzen, die aggressiv sind und den Zahnschmelz schädigen, wodurch auch der Zahn angegriffen werden kann. Von derartigen Produkten ist grundsätzlich abzuraten. Andere Zahncremes sind dagegen recht mild und enthalten nur wenig Schmirgelstoffe. Wer sich nicht sicher ist, ob die Zähne durch das jeweilige Whitening Produkt geschädigt werden können, sollte seinen Zahnarzt um Rat fragen. Eine weitere Option, um weißere Zähne zu bekommen, ist das Bleaching. Auch diesbezüglich gilt es, Rücksprache mit dem Zahnarzt zu halten.

Zahnmythen - Zähne putzen

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10. Die Zähne eine Minute lang zu putzen, ist absolut ausreichend

Auch diese Aussage ist nicht richtig, denn die Zähne morgens und abends lediglich eine Minute lang zu putzen, ist nicht ausreichend. Vielmehr sollten die Zähne mindestens drei Minuten geputzt werden. In der Regel ist so viel Zeit notwendig, um die Plaque von den Oberflächen der Zähne zu entfernen. Darüber hinaus sollten die in Zahncremes enthaltenen Substanzen wie zum Beispiel Fluorid eine bestimmte Zeitspanne auf den Zahnoberflächen einwirken können. Vor allem am Abend sollten die Zähne ordentlich geputzt werden, denn sie können nachts am besten regenerieren.