Welche Kosten individuell für den Zahnersatz anfallen, ist von verschiedenen Faktoren abhängig. Zu diesen gehören erstens die Rahmenbedingungen des Gesetzgebers, zweitens die vom Patienten in Anspruch genommenen Leistungen und drittens, ob sich im Bonusheft des Patienten regelmäßige Einträge befinden. Wir möchten, dass Sie beim Thema Zahnersatzkosten den Überblick behalten und geben Ihnen deshalb im folgenden Ratgeber alle wichtigen Informationen.

Zuschüsse zum Zahnersatz durch die Krankenkassen

Wie hoch die Zuschüsse der gesetzlichen Krankenkassen zum Zahnersatz sind, wird vom Gesetzgeber vorgeschrieben. Laut der Bestimmungen, die im Zuge der letzten Gesundheitsreform beschlossen wurden und seit dem 1. Januar 2005 gelten, hat der Patient mehr Eigenverantwortung und ist zudem verpflichtet, höhere Zuzahlungen für den Zahnersatz zu leisten. Ebenfalls zu diesem Zeitpunkt wurde vom Gemeinsamen Bundesausschuss eine Liste mit sogenannten befundbezogenen Festzuschüssen vorgelegt. Entsprechend ist seitdem klar geregelt, welchen Zuschuss ein Patient für Zahnersatz, wie zum Beispiel Kronen, Brücken oder Prothesen von der Krankenkasse erhält.

Die Krankenkasse leistet Zuschüsse zum Zahnersatz

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Zahnersatzkosten: Wissenswertes zum befundbezogenen Festzuschuss zum Zahnersatz

Im Allgemeinen beträgt die Bezuschussung in etwa 50 Prozent der statistischen Zahnersatzkosten. Allerdings kann die Höhe der Bezuschussung im Einzelfall differieren. Bereits im Juni 2004 hat der Gemeinsame Bundesausschuss in Bezug auf 52 Regelversorgungen für alle Befunde zum Zahnersatz, sowie innerhalb der Mundhöhle, eine Einigung erzielt. Diese bildet dementsprechend die Grundlage für die Bezuschussung zum Zahnersatz, die im darauffolgenden Jahr verabschiedet wurde. Alle Patienten, die ihr Bonusheft lückenlos führen, erhalten zudem einen höheren Zuschuss zum Zahnersatz von der Krankenkasse.
Fehlen einem Patienten beispielsweise zwei Schneidezähne, sieht die Regelversorgung laut Gesetzgeber den Einsatz einer Brücke vor. Von der gesetzlichen Krankenkasse werden etwa 50 Prozent der Gesamtkosten getragen. Wünscht sich der Patient einen hochwertigeren Zahnersatz wie beispielsweise ein Implantat, dann bleibt der Zuschuss der Krankenkasse gleich, der Eigenanteil des Patienten erhöht sich jedoch.
Als vorteilhaft kann für den Patienten aber die Tatsache angesehen werden, dass er sich frei für einen bestimmten Zahnersatz entscheiden kann, ohne dabei den Zuschuss der Krankenkasse zu verlieren. Negativ ist jedoch, dass die gesetzliche Regelversorgung oftmals einen recht einfachen, teils medizinisch veralteten Zahnersatz vorsieht.

Zahnersatzkosten: Härtefälle erhalten höhere Festzuschüsse zum Zahnersatz

Ist eine Eigenbelastung für den Patienten unzumutbar, werden von der Krankenkasse 100 Prozent der Kosten für den Zahnersatz getragen. Jedoch erst dann, wenn sich der Patient für eine Regelversorgung entscheidet.
Grundsätzlich wird der Zahnersatz vorab mit dem sogenannten doppelten Festzuschuss bewilligt, weil zu Beginn die tatsächlich anfallenden Zahnersatzkosten noch nicht genau feststehen. Entscheidet sich ein Patient für eine Zahnersatzlösung, die von der Regelversorgung differiert oder – zum Beispiel beim Einsatz eines Implantats – über diese hinausgeht, dann erhält der Patient den doppelten Festzuschuss der Regelversorgung von der Krankenkasse. In diesem Fall wäre die Regelversorgung eine Brücke, der Patient erhält den doppelten Zuschuss, da er sich für eine höherwertige Lösung, nämlich ein Implantat, entscheidet und trägt die anfallenden Mehrkosten schließlich selbst.
Eine unzumutbare Eigenbelastung des Patienten liegt dann vor, wenn das monatliche Bruttoeinkommen (der Familie) unter einem bestimmten Betrag liegt. Diese Grenze lag bei Alleinstehenden im Jahr 2013 bei 1.078,00 Euro und bei Patienten mit einem Angehörigen bei 1.482,25 Euro im Monat. Mit jedem weiteren Angehörigen wurde diese monatliche Grenze für Patienten im Jahr 2013 um weitere 269,50 Euro nach oben gesetzt. Patienten, die diese Einkommensgrenzen nur geringfügig überschreiten, können dennoch auf besondere Regelungen hoffen. Diesbezüglich ist es sinnvoll, sich bei der jeweiligen Krankenkasse genau zu informieren.

Zahnersatz: Regelversorgung versus Nichtregelversorgung

Wie bereits angesprochen, haben Patienten seit Inkrafttreten der Gesundheitsreform die Möglichkeit in Bezug auf den Zahnersatz zwischen verschiedenen Optionen zu wählen. Diesbezüglich unterscheiden Zahnärzte und Krankenkassen zwischen dem sogenannten gleichartigen und dem andersartigen Zahnersatz. Handelt es sich um einen gleichartigen Zahnersatz, wird die Regelversorgung mit zusätzlichen zahnärztlichen Leistungen aufgestockt, Mehrleistungen müssen dennoch vom Patienten getragen werden. Handelt es sich dagegen um einen andersartigen Zahnersatz, wählt der Patient eine vollständig von der Regelversorgung abweichende Therapieart.
Um dies abermals an einem Beispiel zu verdeutlichen: Fehlt dem Patienten ein Schneidezahn im Oberkiefer, würde der Einsatz einer Brücke der Regelversorgung entsprechen und der Patient einen Zahnersatzzuschuss von etwa 50 Prozent erhalten. Entscheidet sich der Patient jedoch für ein Implantat, wählt er einen andersartigen Zahnersatz. In diesem Fall erhält der Patient den Festzuschuss für die Brücke und muss die zusätzlichen Kosten, die vom Zahnarzt als Privatleistung direkt abgerechnet werden, selbst tragen. Entscheidet sich der Patient dagegen – beispielsweise aus ästhetischen Gründen – für eine Brücke mit einer Vollverblendung aus Vollkeramik, gilt dies wiederum als gleichartiger Zahnersatz. Auch hier muss der Patient die Zusatzkosten selbst tragen.

Zahnersatzkosten und Begleitleistungen

In der Regel müssen zusätzliche Behandlungen durch den Zahnarzt, wie zum Beispiel das Erstellen von Röntgenaufnahmen oder die Gabe lokaler Anästhetika, erfolgen, die mit der normalen Zahnersatzversorgung eigentlich nicht viel zu tun haben. Allerdings wäre eine fachliche korrekte Grundbehandlung ohne derartige Maßnahmen für den Patienten oftmals nicht zumutbar. Deshalb wird auch hier in Bezug auf die Abrechnung differenziert: Handelt es sich um eine Regelversorgung, werden derartige zahnärztliche Leistungen ohne Aufpreis von den Krankenkassen übernommen. Fallen derartige Leistungen jedoch nur aufgrund der Entscheidung des Patienten für einen andersartigen Zahnersatz an, müssen die Kosten vom Patienten privat getragen werden. Ob und inwieweit derartige Kosten möglicherweise doch von der Krankenkasse übernommen werden, ist mit dieser individuell zu klären.

Das Bonusheft – So behalten Patienten Ihre Zahnersatzkosten im Griff

Ein gutgeführtes Bonusheft ist wichtig für die Zahnersatzkosten

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Fakt ist: Ein gut geführtes Bonusheft ist bares Geld wert! So erhalten Patienten, die über ein lückenlos geführtes Bonusheft verfügen höhere Zuschüsse von der Krankenkasse. Mit lückenloser Führung ist gemeint, dass der behandelnde Zahnarzt im Bonusheft vermerkt, dass der Patient die jährlich empfohlenen Vorsorgeuntersuchungen wahrgenommen hat. Dabei hat jeder Patient das erste Mal einen Anspruch auf eine Bonuszahlung für den Zahnersatz, wenn er sein Bonusheft fünf Jahre lang lückenlos geführt hat. In der Regel erhält er dann 20 Prozent mehr Zuschuss zu den Zahnersatzkosten. Patienten, die ihr Bonusheft zehn Jahre ordentlich führen, erhalten sogar bis zu 30 Prozent mehr Zuschuss. Mit anderen Worten: Patienten mit lückenlos geführtem Bonusheft bekommen zwischen 60 und 65 Prozent der Kosten für ihren Zahnersatz erstattet.
Für Patienten, die bis dato kein Bonusheft geführt haben, ist es sinnvoll, sich bei ihrem nächsten Besuch beim Zahnarzt ein solches ausstellen zu lassen. Wer in den letzten Jahren regelmäßig beim Zahnarzt gewesen ist, allerdings kein Bonusheft besitzt, kann sich die Zahnarztbesuche vom behandelnden Zahnarzt nachtragen lassen. In Deutschland sind alle Zahnärzte dazu verpflichtet, die Krankenakte ihrer Patienten für mindestens drei Jahre nach dem Abschluss der letzten Zahnbehandlung aufzubewahren.

 

Durch eine private Vorsorge Zahnersatzkosten sparen

Eine private Vorsorge wie zum Beispiel eine Zahnzusatzversicherung rundet das individuelle Schutzpaket eines jeden Patienten ab, denn durch sie werden in der Regel die Kosten übernommen, die von der gesetzlichen Krankenkasse nicht getragen werden.