Bei Menschen mit Schlafapnoe erschlaffen im Rachenraum nachts die Muskeln, ihre Zunge fällt zurück und ihre Atemwege werden blockiert. Oftmals kommt es zu teils nur sekundenlangen, teils aber auch minutenlangen Atemaussetzern, und zwar immer und immer wieder. Es steht außer Frage: Bei der sogenannten obstruktiven Schlafapnoe (kurz: OSA) handelt es sich um mehr, als eine relativ schwere Schlafstörung, da sie sich darüber hinaus sehr negativ auf die Gesundheit auswirken kann . Aus diesem Grund ist eine frühzeitige Behandlung dringend angeraten.

Als eine sehr effektive Therapiemethode für Schlafapnoe – fachlich korrekt als Continous Positive Airway Pressure -Therapie bezeichnet – hat sich die Überdruckbeatmung erwiesen. Bei dieser CPAP-Therapie trägt der Patient eine spezielle Nasenmaske, durch die ein Überdruck erzeugt wird. Dieser sorgt wiederum für eine stehende Luftsäule im Rachenraum, wodurch die oberen Atemwege offengehalten werden. So ist es möglich, nächtlichen Atemaussetzern vorzubeugen und dem Patienten das Erreichen der Tiefschlafphase, also der sogenannten REM-Phase, zu ermöglichen.

Die Nebenwirkungen dieser Therapiemethode sind grundsätzlich gering. Neben einer trockenen Nase und einem trockenen Mund verspüren Patienten zuweilen einen Druck auf den Ohren. Eher selten kommt es zu Bindehautentzündungen, die in Einzelfällen aus einer nicht richtig schließenden Maske resultieren, durch die ein leichter Luftzug in Richtung der Augen entsteht. Allerdings tragen einige Schlafapnoe-Patienten eine solche Maske nur ungern, denn sie empfinden sie als unangenehm oder störend. Zweifelsohne: Eine solche Maske zu tragen, ist gewöhnungsbedürftig. Aufgrund der Tatsache, dass sich bei Patienten durch die CPAP-Therapie die Symptome der Schlafapnoe stark bessern, werden derartige „Nebeneffekte“ jedoch oftmals gern toleriert.

 

Schlafapnoe – Es gilt, alle Faktoren zu berücksichtigen

CPAP-Therapie bei Schlafapnoe

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Im Normalfall, also bei circa 95 bis 98 Prozent der Schlafapnoe-Patienten, bessert sich die Krankheit durch einen CPAP-Therapie deutlich. Dennoch kann es vorkommen, dass sich bei manchen Patienten mehrere Störungen überlagern. So kann der Schlaf zusätzlich beispielsweise durch das Restless-Legs-Syndrom oder eine Depression beeinträchtigt werden. Oftmals leiden übergewichtige Menschen an Schlafapnoe. Bereits die Tatsache, dass deutlich mehr Fettgewebe vorhanden ist, kann den Patienten aufgrund vorhandener, starker Entzündungsreaktionen müde machen.

Patienten, die unter einer leichten oder mittelgradigen OSA leiden oder Menschen, die nicht übergewichtig sind, können sich neben der Überdrucktherapie auch für eine weitere Behandlungsmethode, nämlich eine Unterkieferprotrusionsschiene, eine sogenannte Schnarchschiene, entscheiden. Eine solche Schiene sorgt für mehr Raum im Rachen. Eine Schnarchschiene gilt als gut Alternative zur CPAP-Therapie. Grundsätzlich sollte es sich jedoch um eine von einem Zahnarzt angepasste Schnarchschiene handeln, die zudem verstellbar ist. Auf dem Markt gibt es mittlerweile auch „Boil-and-Bite-Schienen“ aus Kunststoff. Sie werden entweder in der Mikrowelle oder in kochendem Wasser erwärmt und dann vom Benutzer selbst im Mund an die Zahnbögen angepasst. Ob derartige Schienen tatsächlich einen Nutzen haben, bezweifeln Experten jedoch.

Eine weitere Option zur Therapie von Schlafapnoe besteht in einer Operation. Jedoch ist eine operative Therapie in der Regel nur dann sinnvoll, wenn der Patient eine anatomische Vergrößerung der Rachen- oder der Gaumenmandeln aufweist. Während bei Kindern eine Entfernung der Rachenmandeln erfolgt, werden erwachsenen Patienten die Gaumenmandeln herausgenommen. Studien belegen, dass bei etwa 96 Prozent der Patienten im Kindesalter die Atemaussetzer nach einer Operation ganz verschwinden.

Mittlerweile wird die OSA zu den sogenannten Faktoren des metabolischen Syndroms gezählt. Bei diesem handelt es sich um eine Kombination aus Typ-2-Diabetes, Bluthochdruck, Übergewicht und Fettstoffwechselstörungen. Für zahlreiche Ärzte ist daher klar, dass es nicht ausreichend ist, lediglich einen einzelnen Faktor wie etwa die Schlafapnoe zu behandeln. Vielmehr ist ein Behandlungsansatz notwendig, durch den zugleich der gestörte Fett- und Glukosestoffwechsel, das Übergewicht und der Bluthochdruck therapiert werden.

Für eine CPAP-Therapie sowie notwendige chirurgische Eingriffe bei Patienten im Kindesalter kommt die gesetzliche Krankenversicherung auf. Eine Schnarchschiene, um eine Verlagerung des Unterkiefers zu erreichen, wird nicht standardmäßig bezahlt. Ob eine Anti-Schnarchschiene sowie operative Eingriffe an erwachsenen Patienten im jeweiligen Fall von der Kasse getragen werden, sollten Patienten bei dieser erfragen.

 

Die Behandlung von Schlafapnoe mit einer SchnarchschieneÄrzte im Gespräch über die Schnarchschiene

Wie bereits erwähnt kann eine leicht- bis mittelgradige Schlafapnoe auch mit sogenannten Anti-Schnarchschienen therapiert werden. Diese ähneln einem Mundschutz für Sportler oder Zahnspangen, sind zweiteilig und werden nach einem Gebissabdruck hergestellt. Eine Schnarchschiene hält den Unterkiefer sowie das Gaumensegel und die Zunge vorn, so dass der Rachenraum während des Schlafes weit geöffnet bleibt. Zudem werden durch eine Schnarchschiene die Rachenmuskeln stabilisiert. Auf diese Weise wird die Lunge wieder mit ausreichend Luft versorgt, wodurch die Sauerstoffsättigung im Blut zunimmt. Die Schnarchschienen für den Ober- und den Unterkiefer lassen sich mithilfe spezieller Verbindungselemente so einstellen, dass es in der Nacht nicht mehr zu alarmierenden Weckreaktionen kommt. Dank einer Schnarchschiene können Patienten mit Schlafapnoe wieder ruhiger schlafen und wachen am Morgen weitaus erholter auf. Wer sich für eine Schnarchschiene interessiert, sollte seinen Zahnarzt konsultieren. Zahlreiche Zahnärzte arbeiten mit Fachärzten für Schlafmedizin zusammen, so dass eine ganzheitliche Betreuung des Patienten erfolgen kann.