In Deutschland leidet jeder dritte Erwachsene unter einer leichten Parodontitis. Statistisch gesehen hat sogar jeder siebte Erwachsene eine starke Parodontitis, was zu starken gesundheitlichen Problemen führen kann. Im Endstadium der Parodontitis kommt es bei einer nicht behandelten Zahnfleischentzündung vereinzelt zu Zahnausfall, was für den Betroffenen permanente Folgen haben kann.

Parodontitis und die Untersuchung zur Vorsorge

Die Untersuchung zur Vorsorge ist ein schmerzloser Test, welche die Gesundheit Ihrer Zähne genau darstellt. Diese Vorsorgeuntersuchung wird auch PSI (Parodontale Screening Index) genannt und kann innerhalb von wenigen Minuten durchgeführt werden. Hierbei kann nicht nur eine fortgeschrittene Parodontitis festgestellt werden, sondern auch eine frühe Form der Parodontitis.

Bei der Vorsorgeuntersuchung zur Parodontitis wird Ihr Gebiss in insgesamt sechs unterschiedliche Abschnitte unterteilt. Der Zahnarzt untersucht nachfolgend jeden Zahn mit einer spezifischen Sonde, um diesen besser beurteilen zu können. Die Beurteilung Ihrer Zähne erfolgt durch Werte, welche zwischen vier und null betragen.

Bei der Bezeichnung null können Sie davon ausgehen, dass Ihr Zahnfleisch komplett gesund ist. Erhalten Sie den Wert eins oder zwei haben Sie eine Gingivitis, also eine Entzündung des Zahnfleischs, die behandelt werden muss. Häufig ist es bereits ausreichend, klassische Behandlungsmethoden in Anspruch zu nehmen, um Ihr Zahnfleisch schnell wieder heilen zu können. Beurteilt Ihr Zahnarzt Ihr Zahnfleisch mit einer drei oder vier bedeutet dies, dass Sie besonders tiefe und flache Zahnfleischtaschen haben. Gerade dann benötigen Sie schnellstmöglich Hilfe, denn je weiter die Parodontitis fortschreitet, desto schwieriger ist es diese in den Griff zu bekommen.

Die ersten Symptome der Parodontitis

Eine Parodontitis entsteht über einen langen Zeitraum und wird deshalb zu Beginn oftmals nicht erkannt. Leider kommt es häufig dazu, dass die Parodontitis erst relativ spät bemerkt wird, was schwerwiegende Konsequenzen für Sie haben kann. Damit Sie eine Parodontose jedoch frühzeitig erkennen können, sollten Sie auf typische Symptome achten.

RS84328_GG3P4638-hprDas erste Anzeichen einer Parodontitis ist das Bluten des Zahnfleischs. Die Erkrankung des Mundraums entsteht langsam durch Bakterien, welche sich auf dem Belag Ihrer Zähne niederlassen und dort multiplizieren. Bei der Parodontitis kommt es nahezu immer zu einer Entzündung des Zahnfleischs, welche auch als Gingivitis bezeichnet wird. Hierbei verfärbt sich das Zahnfleisch stark rot und beginnt damit anzuschwellen. Meist erkennen Betroffene die Erkrankung an einem Bluten des Zahnfleischs, nachdem die Zähne geputzt wurden.

Zudem verursachen die im Mund befindlichen Bakterien einen übel riechenden Mundgeruch, welcher auch zu einer Veränderung des Geschmacks im Mund führt. Ist das Vorstadium der Parodontitis erreicht, können Sie Schmerzen im Mund fühlen, welche an den betroffenen Bereichen auftreten. Außerdem reagieren Ihre Zähne besonders auf Kälte und Wärme empfindlich. Auch wenn keine Schmerzen auftreten, kann eine Parodontitis vorliegen. Hierbei ist es zu empfehlen regelmäßige Untersuchungen zur Kontrolle beim Zahnarzt durchführen zu lassen.

Parodontitis: Gehen Sie immer zur Kontrolluntersuchung

Damit Sie keine Gefahr laufen, dass sich Ihre mögliche Parodontitis ausbreiten kann, sollten Sie Ihre zahnärztliche Untersuchung zur Kontrolle alle zwei Jahre in Anspruch nehmen. Hierbei müssen Sie nicht selbst bezahlen, denn Ihre Krankenkasse übernimmt die Kosten für diese Kontrolluntersuchung alle zwei Jahre.

Der Ausbruch der Parodontitis

Trotz regelmäßiger Kontrolluntersuchungen kann es zu einer Parodontitis kommen. Damit Sie den Ausbruch der Erkrankung Ihres Zahnfleischs bemerken, sollten Sie auf die Veränderungen Ihres Zahnfleischs achten. Bei der Parodontitis rötet sich Ihr Zahnfleisch stark und beginnt damit sich zurückzubilden. Meist kommt es infolge der Rückbildung des Zahnfleischs zu freiliegenden Zahnhälsen. Dies können Sie daran erkennen, dass Ihre Zähne länger wirken als zuvor.

Vereinzelt kommt es auch zur Rückbildung Ihrer Kieferknochen, welche durch eine Entzündung erzeugt wird. Einige Menschen beobachten zudem das Austreten von Eiter oder in besonders schweren Fällen die Bildung von einem Abszess.

Die Spätfolgen der Parodontitis

Im Rahmen der Parodontitis können gefährliche Spätfolgen auftreten, welche Ihnen im Alltag viele Probleme bereiten können. Im schlimmsten Fall können sich Ihre Zähne im Mund lockern und sogar ausfallen, wenn Sie nichts gegen Ihre Parodontose unternehmen. Dies liegt daran, dass die Wurzeln Ihrer Zähne keinen Halt mehr in Ihrem Kiefer haben, da dieser durch die Parodontose einen Knochenschwund erleiden kann.

Nicht nur für Erkrankungen im Mundraum ist die Parodontose verantwortlich. Es besteht der Verdacht, dass die Entzündung des Zahnfleischs auch Erkrankungen der Gefäße verursachen kann, welche einen Herzinfarkt hervorrufen können. Dies liegt daran, dass die Erreger der Parodontitis durch die Blutbahn an jede Stelle Ihres Körpers gelangen und sich dort einfach vermehren können.

Auch das Erkranken an Krebs soll durch die chronische Entzündung von Ihrem Zahnfleisch begünstigt werden. Ebenso steigt das Risiko an Diabetes, Arteriosklerose oder Rheuma zu erkranken. Bei Schwangeren ist zu beachten, dass das Risiko einer Frühgeburt steigt, wenn Parodontose vorliegt.

Parodontitis

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Beugen Sie Parodontose gezielt vor

Damit es erst gar nicht dazu kommt, dass Sie an Parodontose erkranken, sollten Sie einige Tipps beachten. Beginnen Sie damit, mindestens zweimal am Tag Ihre Zähne zu putzen. Warten Sie nach dem Abschluss jeder Mahlzeit jedoch 30 Minuten, bevor Sie mit der Reinigung beginnen. Hierdurch schonen Sie Ihren Zahnschmelz. Verwenden Sie Interdentalbürstchen oder Zahnseide zur Reinigung der Zwischenräume Ihrer Zähne. Wenn Sie unsicher sind, ob Sie die richtige Zahnputztechnik verwenden, fragen Sie Ihren Zahnarzt.

Besuchen Sie Ihren Zahnarzt auch zweimal im Jahr zu einer professionellen Reinigung Ihrer Zähne. Beachten Sie jedoch, dass die Kosten für eine Zahnreinigung nicht von jeder Krankenkasse getragen werden. Auch die Vorsorgeuntersuchung bei Ihrem Zahnarzt sollte zweimal im Jahr geschehen.

Wussten Sie bereits, dass Raucher ein bis zu sechsfach erhöhtes Risiko haben an Parodontitis zu erkranken? Reduzieren Sie Ihren Tabakkonsum und erkennen Sie die positiven Auswirkungen auf Ihr Zahnfleisch.