„Mir ist die Spucke weggeblieben“ ist ein bekanntes Sprichwort, welches darauf hindeutet, dass man sich erschrocken hat oder aufgeregt war, z.B. vor einem Vortrag. Einige Menschen leiden jedoch regelmäßig unter Mundtrockenheit, welche auch Xerostomie genannt wird. Dafür gibt es verschiedene Ursachen, die die Mundtrockenheit auslösen können.
Jeder gesunde Mensch produziert zwischen 1 und 1,5 Liter Speichel am Tag. Dieser nimmt eine wertvolle Aufgabe ein, denn er ist für den Ausgleich des Säurehaushalts und somit für den Schutz des Zahnschmelzes verantwortlich. Eine Mundtrockenheit kann deshalb nicht mehr den benötigten Schutz der Zähne garantieren und zu gesundheitlichen Problemen führen. Zudem können Mundgeruch und Entzündungen im Mundraum entstehen. Ursächlich für den gehemmten Speichelfluss kann eine nicht ausreichende Flüssigkeitsaufnahme, die Einnahme bestimmter Medikamente oder Stress sein.
Welche Ursachen und Folgen die Mundtrockenheit hat und wie Sie den Speichelfluss wieder anregen können, lesen Sie im Folgenden.

Ursachen für Mundtrockenheit

RS84473_GG3P5657-hprDie Mundtrockenheit entsteht, wenn die Produktion des Speichels gemindert ist (weniger als 0,1 ml/min). Die Speichelproduktion entsteht in den Speicheldrüsen. Die spezielle Zusammensetzung der Spucke bietet der Mundhöhle Schutz und reinigt sie. Enzyme die im Speichel vorhanden sind, können Bakterien abwehren und Zucker spalten, damit dieser später im Magen verdaut wird. Zudem hat der Speichel eine wichtige Bedeutung beim Schmecken.
In vielen Fällen wird die Mundtrockenheit nur durch ein geringes Trinkverhalten ausgelöst. Wird die entsprechende Trinkmenge erhöht, legt sich auch die Trockenheit im Mund. Es können allerdings auch andere Ursachen für einen gehemmten Speichelfluss verantwortlich sein. In der Regel sind es jedoch meist Begleitsymptome, die sich bei verschiedenen Erkrankungen oder Medikamenteneinnahmen, bemerkbar machen. Hierzu zählen unter anderem Psychopharmaka, Antiallergika, Diuretika (entwässernde Mittel) und blutdrucksenkende Präparate. Zudem leiden insbesondere ältere Menschen an Mundtrockenheit. Dies liegt unter anderem an der geminderten Speichelproduktion aufgrund des Alters, einer zu geringen Trinkmenge, verschiedener Erkrankungen und den dazugehörigen Medikamenten gegen Erkrankungen. Somit ist die Mundtrockenheit die Ursache vieler Faktoren die zusammenkommen. Einige weitere Beispiele für die Mundtrockenheit sind eine Chemotherapie, Depressionen, Diabetes mellitus, Stress und Schnarchen.
Die Trockenheit im Mund kann allerdings auch durch eine gehemmte Kaufunktion entstehen, denn durch das Kauen wird der Speichelfluss angeregt. Sitzt jedoch der Zahnersatz nicht richtig oder es kommt zu Erkrankungen der Zähne sowie der Mundschleimhaut, ist die Kaufunktion eingeschränkt oder schmerzhaft. Auch eine Pilzinfektion oder Soor können eine Mundtrockenheit hervorrufen.

Trockener Mund: Warum der Speichel so wichtig ist?

Nicht nur das Zähneputzen hat eine äußerst wichtige Bedeutung für gesunde Zähne und eine intakte Mundflora, auch der Speichelfluss dient als Prophylaxe. Der Speichel sorgt für ein ideales Klima im Mund, er kann den Säuregehalt neutralisieren, dieser erhöht sich mit der Nahrungsaufnahme und kann den Zahnschmelz schädigen. Zudem besitzt unser Speichel eine hohe Konzentration an Mineralstoffen wie Kalzium und Phosphat. Der Zahnschmelz wird dadurch remineralisiert und nach Säureschädigungen wieder gehärtet. Würden diese Prozesse nicht stattfinden, könnte sich ungehindert Belag auf den Zähnen ausbreiten. Karies und Zahnfleischentzündungen wären die Folge. Mundtrockenheit kann zudem das Geschmackempfinden stören und zu Beschwerden beim Schlucken führen. Des Weiteren kann bei Mundtrockenheit Mundgeruch entstehen, da sich die Bakterien in der Mundhöhle ausbreiten können und unangenehme Gerüche verursachen, Speichel kann die Bakterien bekämpfen.

Den Speichelfluss bei Mundtrockenheit anregen, das hilft!

Frau it einem Glas Wasser

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Was kann bei Mundtrockenheit helfen? Zuerst sollte die Menge der Flüssigkeit, die der Betroffene zu sich nimmt, gesteigert werden. Es sollten immer mindestens zwei Liter am Tag getrunken werden. Eine gesunde Flüssigkeitszufuhr besteht aus Wasser oder ungesüßten Tees. Die gesteigerte Flüssigkeitsmenge kann die akuten Beschwerden der Mundtrockenheit zunächst lindern. Wer nicht mehr Flüssigkeit zu sich nehmen kann, der kann auch dazu über gehen, den Mund mit Tee oder Wasser auszuspülen. Desweiteren wird der Speichelfluss angeregt, indem man etwas Saures isst, trinkt, Kaugummi kaut oder ein saures, zuckerfreies Bonbon lutscht. Diese Maßnahmen helfen jedoch nur kurzfristig und bei nicht krankhaften Ursachen.
Liegt der Mundtrockenheit eine Erkrankung oder die Einnahme von Medikamenten zu Grunde, müssen diese vom Arzt behandelt oder überprüft werden. Hierbei ist eine genaue Diagnose der Erkrankung relevant. Wurde eine Erkrankung festgestellt kann die Anordnung oder Veränderung der Medikamente entweder die Speichelproduktion anregen oder zumindest nicht weiter hemmen. Nicht immer lässt sich eine Lösung finden, die auf alle Belange zutrifft.
Leidet der Betroffene jedoch an einer starken Mundtrockenheit, dann können Mundgele, Mundsprays oder Mundspülungen Abhilfe verschaffen. Durch bestimmte Enzyme, die in den Mitteln enthalten sind, kann die Mundhöhle feucht gehalten und geschützt werden. Ebenso gibt es künstliche Speichellösungen, die wie ein Spray verabreicht werden und die benötigten Substanzen zum Ausgleich der Mundflora beinhalten.