Viele empfinden Mundgeruch (Halitosis) als sehr unangenehm. Nicht nur für den Betroffenen selbst ist es unangenehm und peinlich, auch die Mitmenschen fühlen sich von einem schlechten Atem gestört. Allerdings leiden circa 76% der Bevölkerung an Mundgeruch. Dieser kann dauerhaft oder nur gelegentlich auftreten, Männer und Frauen sind zu gleichen Teilen betroffen. Viele Betroffene wissen allerdings gar nicht, dass sie an Mundgeruch leiden, denn den eigenen schlechten Atem kann man selbst nicht riechen. Deshalb ist es sinnvoll enge Freunde oder Familienmitglieder auf das Leiden hinzuweisen – dies sollte jedoch immer freundlich und taktvoll passieren. Sollten Sie sich selbst nicht sicher sein, ob Sie an schlechtem Atem leiden und das Thema im Freundeskreis vermeiden wollen, dann können Sie Ihren Zahnarzt fragen. Dieser gibt Ihnen eine ehrliche Auskunft und kann Ihnen zudem wertvolle Tipps gegen Halitosis geben.
Der chronische Mundgeruch kann aufgrund verschiedener Ursachen entstehen. In den meisten Fällen sind jedoch Bakterien im Mund-, Nasen- und Rachenraum ursächlich. Es können aber auch Beschwerden des Magen-Darm-Traktes, Rauchen, Medikamente und eine schlechte Mundhygiene verantwortlich für schlechten Atem sein. Wie Mundgeruch entsteht und welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt, können Sie im Folgenden nachlesen.

Entstehung von Mundgeruch

Frau schützt sich von unangenehmen Gerüchen

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Es gibt zahlreiche Ursachen für Mundgeruch, weswegen man nicht immer einfach die eigentliche Ursache herausfinden kann. In der Regel wird Mundgeruch durch bestimmte Bakterien verursacht. Diese Bakterien (Actinomyceten, Fusobakterien usw.) zählen zu den Anaerobiern. Sie meiden jeden Sauerstoff und befinden sich deshalb auf der Zungenoberfläche zwischen den Zungenpapillen oder im Rachenraum sowie in den Zahnfleischtaschen. Diese Bakterien sind in jedem Mund zu finden und sind eine große Unterstützung beim Verdauungsprozess von Eiweiß. Je mehr Eiweiß der Betroffene zu sich nimmt, umso mehr haben die Bakterien zu tun und lassen Ausscheidungsprodukte zurück. Diese Fäulnisbakterien enthalten flüchtige Schwefelverbindungen und bringen den Atem ins Ungleichgewicht.
Weitere Ursachen die Halitosis aufgrund des Mund-Rachenraumes entstehen lassen sind eine schlechte Mund- und Zahnhygiene, Rauchen und Alkohol (auch alkoholhaltiges Mundwasser), Entzündungen im Mundraum oder des Zahnfleischs, Karies, Parodontitis sowie Mundtrockenheit.
Kommen mehrere Faktoren zusammen indem der Betroffene beispielsweise Raucher ist, viel Kaffee konsumiert, eine mangelnde Zahnpflege ausübt und einen schlechten Zahnstatus aufweist, kann sich Mundgeruch deutlich schneller und hartnäckiger ausbreiten.

 

Behandlungsmöglichkeiten bei schlechtem Atem

Die folgenden Tipps halten nicht nur die Fäulnisbakterien in Schach und mindern den Mundgeruch, sie unterstützen zudem eine gesunde Lebensweise.

  1. Zahnkontrolle: Bei Mundgeruch sollten die Zähne und das Zahnfleisch auf Veränderungen kontrolliert werden. Karies, Zahnstein und Parodontitis können einen dauerhaft schlechten Atem auslösen. Ist der Zahnstatus in einem intakten Stadium, haben die verursachenden Bakterien kaum Chancen sich auszubreiten. Nach dem Instandsetzten des Zahnhalteapparates sollte eine regelmäßige Prophylaxe sowie Zahnreinigung durchgeführt werden.
  2. Überprüfung der Zahnhygiene: Eine regelmäßige Zahnpflege sollte durchgeführt werden, um Bakterien und Plaque zu beseitigen und Karies vorzubeugen. Als Hilfsmittel für eine gute Zahnhygiene sollten eine weiche Zahnbürste oder Bürstenkopf bei elektrischen Zahnbürsten, Zahnseide oder Interdentalbürstchen für die Zwischenräume, ein Zungenschaber und geeignete Zahnpasta verwendet werden. Fluoridhaltige Zahncremes schützen zusätzlich vor Karies. Bei regelmäßiger Mundpflege kann Mundgeruch deutlich schwerer entstehen.
  3. Keine alkoholischen Mundspülungen: Alkoholische Mundspülungen beseitigen zwar die Fäulnisbakterien, auf Dauer können sie aber auch die guten aeroben Bakterien zerstören. Natürliche Kräutermundspülungen können mehrmals am Tag verwendet werden und erfrischen den Atem ohne synthetische Zusätze.
  4. Zungenreinigung: Bei der Zahnreinigung sollte auch eine Zungenreinigung involviert sein. Die Bakterien auf der Zunge lassen oftmals Gerüche entstehen und können mittels eines Zungenreinigers beseitigt werden.

    Frau putzt sich die Zunge

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  5. Ölziehen: Ölziehen verbessert das Mundmilieu und die Durchblutung des Zahnfleischs, Fäulnisbakterien werden beseitigt und es unterstützt die Reinigung der Zunge und der Zähne. Mundgeruch hat somit noch weniger eine Chance zu entstehen.
  6. Sanierung des Magen-Darm-Traktes: Mittels Probiotika kann der Magen-Darm-Trakt saniert werden. Bei einigen Betroffenen wird der Mundgeruch nicht durch den Rachenraum verursacht, sondern vom restlichen Verdauungstrakt.
  7. Gesunde Ernährung: Durch gesunde Ernährung kann Mundgeruch zudem gehemmt werden. Gemüse, Salate, Nüsse und Obst sind besser geeignet, als Fertiggerichte und Frittiertes. Alkohol, Softdrinks und Kaffee können aufgrund des Zuckergehalts Zahnstein und Karies hervorrufen, welches wiederum für Mundgeruch ursächlich ist.
  8. Viel Trinken gegen Mundgeruch: Eine Mundtrockenheit kann Mundgeruch erzeugen, deshalb sollten Sie mindestens zwei Liter pro Tag (Wasser oder ungesüßter Tee) trinken.
  9. Wenig Eiweiß: Eiweißhaltige Nahrungsmittel sind wichtig für den Körper, da sie zumeist viel Kalzium enthalten und dieser die Knochen stärkt. Allerdings fördert er auch zunehmend die Bildung von anaeroben Bakterien im Mundraum und erzeugt dadurch Mundgeruch. Der Schlüssel ist also wieder einmal eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung, in der Eiweiß in Maßen enthalten ist, und eine gute und regelmäßige Zahnreinigung, um den beim Essen entstandenen Bakterien keine Chance zu lassen.

Bei Einhaltung dieser Tipps bekommen Sie den Mundgeruch sicher in den Griff. Weitere Antworten auf Ihre Fragen erhalten Sie von Ihrem Zahnarztteam.