Ziemlich jeder Mensch dürfte schon einmal bei sich im Mund eine Fistel festgestellt haben. Entweder macht sich die Zahnfistel am Ober- oder am Unterkiefer bemerkbar. Am meisten sind Kinder von dieser unangenehmen Angelegenheit betroffen. Das liegt unter anderem daran, dass die Zähne und der Kiefer noch nicht vollständig entwickelt sind. Selbst die Erwachsenen bleiben von dem Phänomen nicht verschont. Tritt an der Wurzelspitze eine Infektion auf, dann kann genauso eine Fistel entstehen. Der Auslöser für diesen Vorgang ist eine lokale Entzündung, die ihr Brutnest an der Zahnwurzel hat. Mit der Zeit bildet sich am Zahnfleisch eine kaum sichtbare Schwellung, die sich anschließend mit eitrigem Sekret füllt. Wurde eine bestimmte Größe erst einmal erreicht, dann platzt die Fistel auf. Für den Moment wird der Eindruck erweckt, das Schlimmste ist überstanden und die Heilung setzt ein. Nichtsdestotrotz wird schnell klar, dass diese Vermutung ein Trugschluss war. Erneut füllt sich die Schwellung mit Eiter.

Der Betroffene verfällt ins Grübeln und stellt sich die Frage: Wieso habe ich überhaupt eine Zahnfistel? Um es in einfachen Worten auszudrücken, ist eine Zahnwurzelentzündung dafür verantwortlich. Kränkelt die Zahnwurzel, dann wird somit die ideale Plattform für eine Fistel geschaffen. Mehrere Faktoren führen zu dieser Erkrankung. Zum einen kann das Rauchen dafür verantwortlich sein. Mangelnde Mundhygiene kann das Eindringen von Keimen ebenso begünstigen. Oftmals verfügen einige Patienten über ein geschwächtes Immunsystem, beispielsweise aufgrund einer Zuckerkrankheit. Das sind Gründe für die Entstehung einer Entzündung an der Zahnwurzel. Haben sich die Keime eingenistet, dann läuft unser Immunsystem auf Hochtouren. Es kämpft gegen die Zahnwurzelentzündung an. Normalerweise geht jeder davon aus, dass die Abwehrreaktion den Heilungsprozess einleitet. Jedoch wird schnell klar, dass um die Zahnwurzel herum ein entzündlicher Herd gebildet wird. Stück für Stück nimmt dieser an Größe zu. Zudem wird mehr und mehr der Knochen zerstört. Irgendwann stirbt die Zahnwurzel ab. Der anfängliche bohrende Schmerz verschwindet. Darüber hinaus lässt sich der Schmerz später nur schwer lokalisieren. Am Schluss löst er sich ganz auf und das Ergebnis ist die Fistel.

Die unscheinbaren Fisteln

Eine Erkennung der Zahnfistel im Frühstadium ist kaum möglich. Anfänglich löst die Zahnfistel keine merklichen Beschwerden aus. Erst über eine längere Zeitspanne wird eine zunehmende Anschwellung des Zahnfleisches wahrgenommen. Weitere Symptome sind ein schwacher klopfender Schmerz und anhaltende Spannungsgefühle. Je nach Ausbreitung des Herdes können sogenannte Zahnfleischtaschen entstehen. Das bedeutet, dass der Rand des Zahnfleisches anschwillt. In der frisch geschaffenen Lücke zwischen Zahn und gesundem Zahnfleisch siedeln sich weitere Bakterien an. Es ist wichtig, dass der Patient mit seinem Zahnarzt Rücksprache hält. Nun muss gehandelt werden. Doch so einfach können die Fisteln im Mundraum nicht entdeckt werden. Erst anhand von Röntgenbildern kann der Zahnmediziner die genauen Ursachen für die Fisteln erkennen. Konnte ein exakter Befund diagnostiziert werden, dann rückt die Therapie in den Vordergrund. Mit einer wirkungsvollen Behandlung kann der Zahn gerettet werden. Außerdem wird die Entstehung von weiteren Erkrankungen mit einer gezielten Maßnahme generell ausgeschlossen.

Fisteln behandeln lassen

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Natürlich möchte der Patient wissen, wie Fisteln behandelt werden. Diesbezüglich wird der Zahnarzt mit dem Erkrankten ein ausführliches Gespräch führen. Darin wird er seine weitere Vorgehensweise genau schildern. Im ersten Schritt verabreicht der Zahnmediziner ein Antibiotikum. Die Abtötung der vorhandenen Bakterien im Mundraum hat oberste Priorität. Danach geht es an die Öffnung der Fisteln. Dies hört sich für den Moment nicht gerade wohlwollend an, aber die Behandlung ist wichtig. Nach dem Öffnen wird das vorhandene Eitersekret aus dem Zahnfleisch abgesaugt. Diese Tätigkeit wird mit größter Sorgfalt erledigt. Gerade in dem Sekret wimmelt es von Bakterien. Die ungebetenen Gäste dürfen nicht in menschlichen Organismus gelangen, was schon durch das Verschlucken passieren könnte. Infolge des Öffnens werden sich die gewünschten positiven Resultate bald aufzeigen. Ist das allerdings nicht der Fall, dann muss der behandelnde Zahnarzt die zweite Therapiemöglichkeit in Betracht ziehen. Wenn gar nichts mehr geht, wird der betroffene Zahn umgehend aus dem Kiefer entfernt. Darüber hinaus rückt eine Wurzelbehandlung immer mehr in den Blickpunkt. Die Herangehensweise ist aber von Fall zu Fall verschieden. Für den genauen Therapieansatz spielen mehrere Kriterien eine enorm wichtige Rolle. Generell ist die Zahnarztpraxis für alle infrage kommenden Behandlungsmethoden bestens ausgestattet.

Können Vorbeugungen helfen?

Jeder Einzelne kann bestimmte Vorkehrungen gegen Fisteln treffen. Ein äußerst entscheidender Aspekt ist die Mundhygiene. Wer täglich und gründlich Zähne putzt, der muss viel seltener ungeliebte Zahnerkrankungen befürchten. Jedoch muss darauf geachtet werden, dass selbst die schwer zugänglichen Stellen intensiv gereinigt werden. Grundsätzlich gilt diese These für den gesamten Kieferapparat. Mit dem richtigen Rüstzeug dürften diese Handgriffe ziemlich simpel vonstattengehen. Viele Zahnärzte beraten ihre Patienten diesbezüglich. Weiteres Informationsmaterial findet man außerdem im Internet oder in Fachzeitschriften. Wer sich dieser Sache annimmt und die Zahnreinigung effektiv ausübt, der muss keine Fisteln befürchten. Eine perfekte Vorbeugung kann hundertprozentig helfen.