Fakt ist: Diabetes-Patienten sind anfälliger für Parodontitis. Aus diesem Grund erklären wir vom Centrum Zahnmedizin im Folgenden, worauf Diabetiker bei der täglichen Mundhygiene achten sollten.
Im Gegensatz zu zahlreichen Fischarten, die für eine effektive Mund- und Zahnhygiene einfach ihr Maul öffnen und die kleinen Putzerfischkolonnen ihre Arbeit verrichten lassen, hat es der Mensch schwerer. So müssen wir zweimal am Tag aktiv unsere Zähne pflegen. Besonders wichtig ist eine gute Zahnpflege für Diabetiker, da die erhöhten Zuckerwerte das Entstehen von Parodontitis begünstigen. Eine Parodontitis ist nicht nur die häufigste Ursache für Zahnausfall, sondern kann – insofern eine chronische Entzündung vorliegt – auch für eine Verschlechterung des Diabetes verantwortlich sein. Wir geben im Folgenden einige Tipps, damit auch Diabetes-Patienten ein strahlendes und vor allem gesundes Lächeln behalten.

1. Die Verwendung von Zahnpasta mit Fluorid

Die Verwendung fluoridhaltiger Zahncreme bietet einen guten Schutz vor Karies. Weitere Inhaltsstoffe wie zum Beispiel Allantoin, Bisabolol, Salbei, Panthenol und Kamille haben zudem eine entzündungshemmende Wirkung. Diabetes-Patienten, die unter frei liegenden Zahnhälsen leiden, sollten spezielle Zahncremes für empfindliche Zähne verwenden. Grundsätzlich nicht zu empfehlen sind abrasive, also stark scheuernde Zahncremes. Dabei handelt es sich in der Regel um Whitening-Zahnpasten. Verwendet werden sollten derartige Zahncremes ausschließlich bei gesunden Zähnen und auch dann nur gelegentlich, um Verfärbungen beispielsweise durch Kaffee oder Tee zu mindern. Zusatztipp: Wird der Mund nach dem Zähneputzen mit fluoridhaltiger Zahnpasta nicht mit Wasser ausgespült, kann das Fluorid länger einwirken.

2. Wie häufig sollte ein Zahnarzt aufgesucht werden? Zahnartztpraxis mit Zahnarztzstuhl

Im Allgemeinen gilt es, alle sechs Monate den Zahnarzt für einen Kontrolltermin – und im besten Fall, um eine professionelle Zahnreinigung bzw. Prophylaxe durchführen zu lassen – aufzusuchen. Im Zuge einer professionellen Zahnreinigung werden auch an nur schwer zu erreichenden Stellen sowie den Zahnzwischenräumen hartnäckige Beläge entfernt. Eine Zahnreinigung wird meist nicht von der Krankenkasse getragen. Aufwand und Preis einer professionellen Zahnreinigung variieren von Patient zu Patient.

3. Die richtige Zahnbürste wählen

Zahnärzte empfehlen eine Zahnbürste mit dünnen, abgerundeten Kunststoffborsten, die zudem über einen kurzen Kopf verfügt. Auch Diabetiker sollten eine Bürste mit mittelharten Borsten wählen. Einerseits ist die Verletzungsgefahr für das Zahnfleisch recht gering und andererseits entfernen sie die Beläge deutlich besser als Zahnbürsten mit weichen Borsten. Sinnvoll ist es, individuell mit dem behandelnden Zahnarzt zu besprechen, welche Zahnbürste am geeignetsten ist. Aus hygienischen Gründen sollte die Zahnbürste immer mit dem Kopf nach oben aufbewahrt werden, denn dann trocknen die Borsten besser. Zudem sollten Zahnbürsten alle zwei Monate ausgetauscht werden. Ob eine elektrische oder eine Handzahnbürste verwendet wird, ist – sofern die Putztechnik beherrscht wird – irrelevant.
Zusatztipp: Wer sich ein bestimmtes Putzschema angewöhnt und so dafür sorgt, dass kein Zahn ausgelassen wird, ist auf der sicheren Seite. Wie gut tatsächlich geputzt wird, kann mit sogenannten Plaque-Anfärbemitteln, die in der Apotheke erhältlich sind, überprüft werden.

4. Die effiziente Reinigung der Zahnzwischenräume

Um die Zahnzwischenräume richtig zu reinigen, eignet sich Zahnseide hervorragend. Im Handel sind gewachste und nicht gewachste Zahnseiden erhältlich. Zwar reinigt nicht gewachste Zahnseide gründlicher, ihre Verwendung ist jedoch vor allem für Anfänger schwieriger, denn sie gleitet schlechter als gewachste Zahnseide. Eine Erleichterung hierfür bieten Zahnseidenhalter. Wer große Zahnzwischenräume, eine Brücke oder ein Implantat hat, kann zur effizienten Reinigung spezielle Bürsten benutzen. Diese sind in verschiedenen Größen erhältlich. Alternativ können auch Flossfäden verwendet werden, diese sind flauschiger als normale Zahnseide.
Zusatztipp: Auch die Zahnzwischenräume sollten täglich gereinigt werden. Sinnvoll ist es, dies vor dem Schlafengehen zu tun. Ob die Zahnzwischenräume vor oder nach dem Putzen der Zähne gereinigt werden, ist allerdings irrelevant.

5. Die Reinigung der Zunge

Zungenbeläge lassen sich ausgezeichnet mit sogenannten Zungenbürsten oder Zungenschabern entfernen. Vor allem Menschen, die trotz einer achtsamen Zahnpflege unter Mundgeruch leiden, sollten zweimal am Tag die Beläge von der Zunge entfernen. Zungenreiniger, die über Borsten verfügen, sollten alle drei Monate ausgetauscht werden.
Zusatztipp: Wer unter einem Würgereiz leidet, sollte darauf achten, dass der Zungenreiniger nicht zu sperrig ist.

6. Zahnpflegekaugummis zur Unterstützung

Bei Diabetes dienen Zahnpflegekaugummis dienen zur Unterstützung

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Grundsätzlich ist es sinnvoll, ab und zu einen zuckerfreien Zahnpflegekaugummi zu kaufen, denn durch ihn wird der Speichelfluss angeregt. Der Speichel wiederum hat die Aufgabe, Säuren zu neutralisieren, die den Zahnschmelz schädigen, was die Entstehung von Karies fördert. Vor allem nach dem Verzehr kohlenhydrathaltiger Nahrungsmittel und Obst sowie nach dem Genuss von Wein oder Limonaden entstehen diese Säuren im Mund.
Zusatztipp: Als besonders zahnfreundlich gelten Zahnpflegekaugummis die den Stoff Xylit enthalten, da dieser karieshemmend wirkt.

7. Mundspülungen verwenden

Stellen im Mund, die mit der Zahnbürste nicht zu reinigen sind, können mit Mundspülungen erreicht werden. Jeder, der seine Zähne richtig reinigt, muss aber in der Regel keine Mundspülung verwenden. Lediglich vorübergehend dürfen Mundspülungen mit Chlorhexidin benutzt werden. Dies zum Beispiel dann, wenn eine Operation im Mundraum durchgeführt wurde oder eine akute Zahnfleischentzündung besteht. Wird Chlorhexidin über einen längeren Zeitraum angewendet, kann es zu Verfärbungen an Zähnen und Zunge kommen.
Zusatztipp: Wer zu müde ist, um die Zahnzwischenräume ausgiebig zu reinigen oder unterwegs ist, kann durchaus eine Mundspülung verwenden.

8. Die richtige Putztechnik

Am sinnvollsten ist es, sich vom behandelnden Zahnarzt über die richtige Putztechnik informieren zu lassen. Eine mögliche Methode ist zum Beispiel Folgende:

  • Die Zahnbürste in einem Winkel von circa 45 Grad zwischen Zahn und Zahnfleisch ansetzten und dabei nur einen sanften Druck ausüben.
  • Die Zähne mit leicht rüttelnden Putzbewegungen reinigen. Immer vom Zahnfleisch (rot) zu den Zähnen (weiß) hin arbeiten.
  • Die Zahninnenflächen nicht vergessen. Die Innenflächen der Schneidezähne lassen sich am besten putzen, wenn die Zahnbürste hochkant gehalten wird.

Für weitere Fragen nehmen Sie gerne Kontakt zu uns auf.